Libellenmoment „Der Schmetterling“

Ich bin Zuhause – Picknick mit meinen Eltern.
Ein Schmetterling fliegt an uns vorbei.
Auch ich habe ihn gesehen und ich weiß, was das wieder bedeutet …
„Ela, weißt du noch- der Schmetterling und du damals?“
Ich stöhne auf.
Damals war ich ein Kleinkind, ich kann mich beim besten Willen nicht an diese Zeit erinnern, dafür kenne ich die Geschichte, die nun kommt. Wie könnte ich die jemals vergessen. Es war eine von vielen Familiengeschichten, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit rausgekramt wurde.
Mein Vater lacht. Er ist so ein Mensch, der ein Lachen hat, bei dem man automatisch mitlachen muss. Ein Lachen, dem man nicht böse sein kann. Egal wie sauer man auf ihn ist, egal wie sehr die Situation nervt – sein Lachen entwaffnet, dann sein schelmischer Blick dazu und man muss schmunzeln.
„Damals hast du deine Pferdestatue zerbrochen und bitterlich geweint. Im Nu hab ich sie dir geklebt und alles war gut. Einen Tag später kamst du zu mir mit einem toten Schmetterling in der Hand und sagtest: Papa mach heile. Mit deinen großen Augen sahst du mich an.“
Er lacht wieder.
Und ich lächle, weil ich nicht anders kann.
Weil nichts anderes etwas bringt.
Ich habe lange gekämpft – für diese Erkenntnis.