Bücherregal Sabrina Schuh

Über die Autorin Sabrina Schuh

Sabrina Schuh wurde 1987 geboren und gehört damit zu Generation Y – der
Generation der Möglichkeiten! Von diesen hat sie gleich eine ganze Handvoll ergriffen. So ist sie nicht nur Fachfrau für das Vermarkten von Büchern und Lektorin diverser Titel, sondern schreibt auch selbst. Bereits in den letzten Jahren hat sie unter verschiedenen Namen Beiträge in einigen Anthologien und einer Hörapp veröffentlicht. Nun wagt sie 2018 mit der Märchenspinnerei den Schritt Richtung
Romanveröffentlichung. Mit Mann, Kind und Hund lebt sie im schönen Frankenland. Wenn sie sich nicht gerade beruflich mit Büchern befasst, findet man sie im Schwimmbad … Oder sie liest zum Vergnügen.

1. Unter schwarzen Federn (Märchenspinnerei)

Klappentext:

Eine schnatternde Meute Teenager
Eine unscheinbare Außenseiterin
Eine Verwandlung unter Tränen

Fees Leben ist die Hölle. Auch der Wechsel an die neue Schule bringt keine neuen Chancen, sondern nur Psychoterror und Ausgrenzung. Eines Tages spitzen sich die Dinge so zu, dass Fee nur noch einen Ausweg sieht, und der ist endgültig. Statt sie jedoch von ihrem Leben zu erlösen, bringt der von Markus vereitelte Selbstmordversuch sie in die Therapie. Wird sie es mit seiner Hilfe schaffen, ihren Lebensmut wiederzufinden, oder wurde sie bereits zu tief verletzt?

In „Unter schwarzen Federn“ spinnt Autorin Sabrina Schuh mit den Elementen von Andersens hässlichem Entlein eine düster-romantische Geschichte über Ausgrenzung, Todeswünsche und den schweren Weg eines jungen Mädchens auf der Suche nach ihrem wahren Selbst.

Seitenzahl: 312 Seiten
ISBN: 978-3-96111-701-7
Preis: 9,99€ (Print) / 2,99€ (eBook) | Bestellbar unter: Amazon, Thalia, Weltbild und anderen Onlineshops

Meinung:

Dieses Buch ist meine erste Märchenadaption und ich war sehr gespannt, wie man eine „alte Geschichte“ neu und interessant verpacken kann. Und ganz ehrlich: mir wäre die Verknüpfung gar nicht aufgefallen, wenn die Prota nicht diesen Nachnamen gehabt und sie sich selbst nicht als hässliches Entlein bezeichnet hätte. Die Geschichte ist so schön mit einem modernen Setting verwoben worden, dass ich zwischenzeitlich absolut vergaß, dass die Grundzüge mir bekannt vorkommen sollten.
„Unter schwarzen Federn“ zeigt mitunter sehr realistisch, wie das Leben für einen Menschen mit Depressionen aussieht: Angstzustände, Selbsthass, Tage an denen man nicht aus dem Bett kommt & dass auch kleine Dinge wie Aufstehen, Anziehen, unter Menschen gehen – viel Überwindung und Karft kosten. Alles Dinge, die für andere Menschen alltäglich sind und eher belächelt werden. Besonders schön fand ich auch, dass das Buch Einblicke gibt, wie eine Therapie aussehen kann. Sodass Leser und Betroffene hoffentlich die Angst & Vorurteile, sich Hilfe zu holen, überwinden können.
Ich finde dieses Buch sehr wertvoll, da es spielerisch (und gerade auch für Jugendliche) Akzeptanz mit sich selbst und Verständnis erzeugt. Themen wie Depression, Mobbing und Suizid werden hier nicht totgeschwiegen, sondern anklagend in den Mittelpunkt manövriert. Ob alltägliche Probleme auch so Bilderbuch artig zu lösen sind, sei mal dahingestellt, aber die Geschichte gibt auch kleine Tipps an die Hand, die sehr wertvoll sein können: Achtet immer auf Euch selbst – horcht in Euch hinein! Wenn ihr keine Hilfe von Euren Eltern erwarten könnt, wendet Euch woanders hin, denn Hilfe ist für jeden da! Man muss es nur wollen und nicht aufgeben!
Helft anderen! Wegschauen und Vorbeigehen ist genauso schlimm wie Mobbing selbst zu praktizieren.

Da ich mich selbst viel mit Depressionen beschäftige, fand ich die Thematik des Buches wirklich wundervoll. Auf der anderen Seite musste ich manche Stellen etwas belächeln, da sie doch sehr konfliktfrei gelöst wurden. Man hätte m.E. die Situationen näher beleuchten bzw. mehr darüber schreiben können. Die Handlung zieht sich über mehrere Wochen und dennoch: einiges ging mir viel zu schnell und endete zu rosig. Besonders am Anfang ist der Meinungsumschwung von Fee für mich nicht ganz nachvollziehbar. Sie reagiert beim Thema Therapie wie leider die meisten Leute und dennoch: schwups, sie gibt dem ganzen eine Chance … Nichtsdestotrotz denke ich: Es ist ein Jugendroman, es ist Belletristik – so what. Es hat dennoch Spaß gemacht es zu lesen und ließ zumindest mich positiv und doch ein wenig Gedanken verloren zurück.
Für Leute, die Opfer von Mobbing waren oder selbst an Depressionen leiden – würde ich allerdings eine Triggerwarnung aussprechen wollen. Eigentlich triggert mich dieses Thema schon länger nicht mehr und dennoch hatte das Buch für mich persönlich ein kleinen Schwenk nach unten zur Folge …
Am liebsten würde ich dem ganzen volle Punktzahl geben, doch mein innerer Monk muss einfach die Absatzfehler am Schluss (Ebook) kritisieren.

P.S.: Die Ehrung von Chester Bennington (Linken Park) war für mich das Tüpfelchen auf dem „i“ und sprach mir geradewegs aus der Seele.

2. Unter pinken Sternen

Klappentext:

Ein geplatzter Traum
Ein Leben im Abseits
Ein Himmel voller Sterne

Die aufstrebende Modedesignerin Silke hat alles, wovon sie jemals geträumt hat. Als der plötzliche Unfalltod ihrer Eltern sie völlig aus der Bahn wirft, verliert sie nicht nur ihren Job und ihr Zuhause, sondern auch jede gesellschaftliche Struktur. Anfangs noch voller Hoffnung, vom vielgepriesenen Sozialstaat aufgefangen zu werden, erlebt Silke eine bittere Enttäuschung nach der anderen. Sie ist von nun an auf sich allein gestellt und muss lernen, in der rauen, unbarmherzigen Welt der Obdachlosen zurechtzukommen. Allerdings bleibt ihr wenig Zeit, diese Herausforderungen zu meistern, wenn sie nicht das Letzte verlieren möchte, was ihr geblieben ist: ihr Leben.

In „Unter pinken Sternen“ spinnt Autorin Sabrina Schuh aus den Elementen der Grimmschen Sterntaler eine in sich geschlossene, düstere Gesellschaftskritik über Schuldgefühle, Verzweiflung und das schwere Leben einer jungen Obdachlosen.

Seitenzahl: 344 Seiten
ISBN: 978-3-96443-653-5
Preis: 10,99€ (Print) / 3,49€ (eBook) | Bestellbar unter: Amazon, Thalia, Weltbild und anderen Onlineshops

*aktuelles CR*