Bücherregal – Richard Bachmann alias Stephen King

Amok (im Original: Rage) – ist der erste Band, den S.King unter den Pseudonym veröffentlicht hat. Damals war er selbst noch als Englischlehrer an einer Schule tätig.

Inhaltsangabe: Eine High-School in Maine: Nach dem Gespräch mit dem Rektor erschießt der Schüler Charles Decker seine Lehrerin und nimmt seine Mitschüler als Geiseln. Sein Amoklauf löst in der Klasse ein unheimliches Psychospiel aus, das unbewußte Konflikte und Traumata mobilisiert. Die Schüler steigern sich in unkontrollierte Wut hinein, bis es zur Katastrophe kommt…

Menschenjagd (im Original: the Running Man)

Die ultimative Gameshow: Wer verliert, ist tot.
Reality-TV im Jahr 2025: In der Gameshow Menschenjagd werden die Kandidaten zu Freiwild – gejagt von einem Killerkommando und der ganzen Nation. Wer überlebt, gewinnt eine Milliarde Dollar – und wird er dabei selbst zum Mörder, gibt es einen Bonus obendrauf. Benjamin braucht das Geld, um seine todkranke Tochter zu retten. ER weiß, dass es noch nie einen Überlebenden gab …

Fazit

Ich bin ein ziemlich großer Stephen King Fan. Ich liebe seine Art zu schreiben. Wodurch es wohl auch nicht verwundert, dass die Bücher unter seinem Pseudonym Richard Bachmann sehr gut gefallen. Die Bücher, die er unter diesem Pseudonym veröffentlicht, sind schnörkellos, direkt und gesellschaftskritisch. Besonders wenn man sich vor Augen führt, dass er selbst als Lehrer tätig war, macht die brutale, schonungslose Art, wie er die Geschehnisse bei „Amok“ beschreibt, noch eindrucksvoller.
King nimmt einfach nie ein Blatt vor dem Mund, was meines Erachtens ein großes Talent ist. Besonders wenn man selber schreibt, merkt man erst einmal, wie schwierig es ist Schimpfwörter oder schonungslose Wahrheiten zu formulieren. Es scheint ihm Spaß zu machen, andere Menschen vor den Kopf zu stoßen oder sie mit seinen Worten zu reizen.
Er prangert die gesellschaftliche Scheinheiligkeit mit extremen Handlungen an.
Bei „Amok“ wird Charles Decker als sympathischer Charakter dargestellt, der von seinen Mitschülern und Geiseln nicht gehasst, sondern letztendlich verstanden wird. Dies war wohl auch der Grund, warum King das Buch nach den ersten großen Amokläufen der USA aus dem Handeln nahm. Dennoch ist es eine interessante Geschichte, die zum Nachdenken anregt und schockiert. Wir finden hier keinen klassischen Horror, sondern Psychospiele, die zeigen, dass die Welt nicht nur schwarz oder weiß ist.
Das Buch „Die Menschenjagd“ hat mich etwas an „die Tribute von Panem“ (Film) erinnert. Die High-Society, die nichts von der Armut der normalen Bevölkerung mitbekommt und sich wie bei „the Hunger Games“ eher einen Spaß daraus macht, andere Menschen leiden oder sogar sterben zu sehen.
Auch wenn dieses Buch in der Zukunft spielt, sind Themen wie Klassentrennung, das Vorspielen einer schöneren Realität und Umweltverschmutzung dennoch aktuell und auch hier regen viele Szenen zum Nachdenken an und schockieren durch die schonungslose Wortwahl den Leser. Ich war hin- und hergerissen, ob ich Mitgefühl mit – oder Abscheu vor dem Protagonisten hatte. Auch am Ende kann ich nicht behaupten, dass Ben Richards mir sehr sympathisch ist, aber wenn man in so einer Welt groß wird, darf man wohl auch kein sympathischen Mann erwarten.
Am Schluss hätte ich mir ein „Game over“ gewünscht, dass hätte den makaberen Humor von King richtig abgerundet.

Beide Bücher haben mich mit ihrem Einfallsreichtum, schonungsloser Ehrlichkeit und einen faszinierenden Schreibstil mitgerissen 😀